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Rezension zu: Felix Hau, Christian Grauer, Christoph Kühn, Ansgar Martins: Endstation Dornach: Das sechste Evangelium, Kulturfarm Vlg., Rinteln 2011

Zum kritischen Prüfen für unsere Leserfreundinnen und Leserfreunde bringen wir hier eine Leserzuschrift...wir bitten um eine Weiterverbreitung...Danke..Hermann Keimeyer

Rezension zu: Felix Hau, Christian Grauer, Christoph Kühn, Ansgar Martins: Endstation Dornach: Das sechste Evangelium, Kulturfarm Vlg., Rinteln 2011

EIN LANGWEILER MIT WENIG UNTERHALTUNGSWERT

Die Autoren haben an die Kritiker gedacht! Davon zeugt ihr Lesermusterbrief, den sie gegen Ende ihres Buches abdrucken. So ganz unrecht haben die Autoren dieses Buches denn auch nicht darin, wenn Sie sich dem Wesen "Anthroposophia" gegenüber nur rein "hirnintellektuelles" Geschwätz attestieren wollen. 
Die stärksten Phasen hat dieses Buch gewiss in seinen erkenntnistheoretischen Passagen. Nur wird das den an satirisch-spöttischer Unterhaltung angesichts dieses Autorengespanns orientierten Leser denn gewiss nur wenig bis mäßig unterhalten. Auch die groß angekündigten Seitenhiebe gegen "steinharte" oder bisweilen nur mehr amüsante Zeitgenossen auf dem Rücken der Anthroposophie sind irgendwie etwas mickrig geraten. Gegenüber dem Erz-Kritiker Andreas Lichte wirken die Autoren eher etwas ratlos, ebenso, wie sie dem Erz-Anthroposophen Sergej O. Prokofieff nur einen stets sehr tiefen Griff in Rudolf Steiners Begriffsfundus nachsagen können. 
Wenn die Autoren dann aber einen verstaubten Enthüllungspathographen vom Range eines Psychiaters zum Kronzeugen für den Widersinn des Steiner'schen "Bilderdschungels" machen wollen, so liegen sie bereits arg neben der ironischen Spur, denn Wolfgang Treher dürfte als der größte Selbstentlarver der Psychiatriegeschichte gelten, hat er doch erfolglos versucht, Hitler, Steiner und Hegel auf einen Strich gebürstet, als schizophren zu ettikettieren, um sich wohl größere intellektuelle Anstrengungen, insbesondere bei Steiner und Hegel ersparen zu können. 
Auch wirkt es nicht sehr überzeugend, dass die Autoren Hermann Keimeyer, auf den diesbezüglichen Rat eines guten Freundes hin, auf eine Abdruckerlaubnis für eine wohl von den Autoren als humorig empfundene Illustration des Verhältnisses von niederem zu höherem Selbst zu verzichten, lediglich noch als Schöpfer von anthroposophischen Neologismen bezeichnen, wo sie doch selbst der Sprache mit diesem Buch trotz eines dafür nachweislich erforderlichen großen Konsums an Rotwein, Cognac und Schokoriegeln keinen großen Dienst erweisen. Der größte Dienst an der Sprache wäre es wohl gewesen, dieses Buch - als Langweiler mit nur mäßigem Unterhaltungswert - unveröffentlicht zu lassen.



Michael Heinen-Anders
- Diplom-Ökonom -
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